Samstag, 18. November 2017

CSU, beweg dich oder weg mit dir! (Kommentar)

Wenn sich die CSU nicht endlich demokratiefähig und kompromissbereit zeigt, sollte die CDU sie aus der Union und aus den Jamaika-Sondierungsgesprächen/Koalitionsverhandlungen werfen!

Aktualisiert: Der Loser heißt Lindner
Die Jamaika-Sondierungsgespräche sind geplatzt. Nicht Seehofer hat sie platzen lassen, sondern Lindner, der Bundesvorsitzende der FDP, hat die Gespräche einseitig für beendet erklärt, sein Blatt hingeschmissen. Ihm gefielen die Karten der anderen nicht und dass Mutti ihn nicht wichtig genug nahm. Damit zeigt er, dass er keine Ausdauer und vielleicht auch kein Verhandlungsgeschick hat. Möglicherweise fühlte er sich aber dem Amt und der Verantwortung einer erfolgreichen Jamaika-Regierungsbildung nicht gewachsen.

Die CSU hat seit 2015 Ängste gegenüber Asylbewerbern und Geflüchteten geschürt, ist der eigenen Regierung in den Rücken gefallen und hat so eine Spaltung in Deutschland vorangetrieben und die AFD gestärkt. Und obwohl die CSU bei der Bundestagswahl 2017 gegenüber 2013 über 10 Prozent ihrer Stimmen verloren hat - sie war die eigentliche Verliererpartei der Bundestagswahl 2017 - macht sie nun den sturen, wichtigtuerischen Bremser bei den Jamaika-Sondierungsgesprächen zu etwaigen Koalitionsverhandlungen - dabei vertreten die CSU-Verhandler gerade mal 6,2 Prozent der Wähler!

Bundestagswahl 2017 - Wählerstimmen in Prozent nach Partei
Von solch einer Partei, bzw. deren jetzigen Verhandlungsführern, darf man sich nicht erpressen lassen - Deutschland kann nicht dafür zahlen, dass die CSU-Vertreter meinen, so Wahlkampf für die Landtagswahl in Bayern machen zu müssen (ob sie sich auf diese Weise einen Gefallen tun, sei dahingestellt). Seehofer, Dobrindt und Scheuer zeigen sich gerne besserwisserisch in den Medien, aber was haben CSU-Minister während ihrer Regierungszeit auf die Reihe bekommen? Kaum etwas Brauchbares. Dobrindt reichte es, mit unwichtigen Themen wie der PKW-Maut in den Schlagzeilen zu sein, statt an brennenden Themen zu arbeiten - die könnten ja ein paar Lobbyisten verärgern. Auch der Landwirtschaftsminister kleisterte nur am Putz herum, statt eine Landwirtschaftspolitik für die bäuerliche Landwirtschaft, für Verbrauchergesundheit und Umwelt zu gestalten. Und Seehofer benahm sich, als sei er der König von Bayern und demnächst von Deutschland. Aber wer will diese Figuren überhaupt noch in Berlin?

Weg mit ihnen - wenn sich die CSU-Verhandlungsführer in ihrer Position nicht bewegen, soll sich die CDU von der CSU trennen. Bei einer Minderheitsregierung CDU, FDP und Grüne würde man bei vernünftigen Themen sicher auch so Mehrheiten im Bundestag zusammenbekommen. Ein Drittel der parlamentarischen Demokratien haben laut Studien Minderheitsregierungen (Quelle: Wikipedia). Sogar eine SPD-geführte Ampelregierung als Minderheitsregierung wäre noch denkbar.

Aber wenn es Neuwahlen geben sollte, weil die CSU-Gesprächsführer in den Sondierungsverhandlungen zu Koalitionsgesprächen einfach stur und unfähig sind: Wählt Sie ab, liebe bayerische Wähler, diese Leute handeln selbstverliebt, egoistisch und demokratieunfähig - und sie haben keine Lösungen für die heutige Zeit.

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Freitag, 17. November 2017

Schnäppchenjäger aufgepasst: Cyber Monday is coming. Doch die Party beginnt schon vorher.

Cyber Monday markiert den offiziellen Start des Weihnachtsverkaufs im Internet. Doch schon in der Woche davor, in der Cyber Week, purzeln die Preise.

Cyber Monday und Black Friday stammen aus dem amerikanischen Raum, an diesen Tagen beginnt offiziell der Weihnachtsverkauf. Der Cyber Monday im Internet fällt immer auf den Montag nach Thanksgiving, dieses Jahr auf den 27.11.2017. Der Weihnachtsverkauf der stationären Geschäfte beginnt am Freitag nach dem Cyber Monday, am sogenannten Black Friday.

Wer im Internet auf Schnäppchenjagd gehen will, sollte aber schon jetzt damit anfangen - in der Cyber Week (auch Cyber Monday Week), der Woche vor Cyber Monday!
Infografik: Cyber Week für Onlinehändler immer wichtiger | Statista Fast 40 Prozent der befragten Online-Händler erwarten, dass sie 2017 den größten Umsatz in der zweiten Novemberhälfte machen werden und nicht erst im Dezember. Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Mit dem Web kamen neue Konsumsitten

Inzwischen sind diese amerikanischen Gebräuche auch zu uns geschwappt und nicht nur die amerikanischen Online-Händler wie Amazon*, sondern auch viele andere Online-Shops und Geschäfte machen bei dem Kampf um die Kunden mit – schließlich wollen auch sie ihre Lager räumen und das Vorweihnachtsgeschäft nicht den amerikanischen Mega-Onlineshops überlassen.

Amazon begann dieses Jahr sogar schon Tage vor der Cyber Woche mit einem sogenannten Countdown mit Blitzangeboten und Angeboten des Tages mit bis zu 50 % Rabatt! Prime-Kunden haben übrigens jeweils eine halbe Stunde vor den anderen Zugriff auf die reduzierten Angebote.

Die eigentliche Party begann heute mit Beginn der Cyber Week (20. bis 27.11.), der Woche vor Cyber Monday

In der Cyberwoche gibt es bei Amazon* dann täglich ab 6 Uhr neue Angebote im 5-Minuten-Takt.

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Wie immer bei Rabattaktionen sollte man nicht in einen Kaufrausch verfallen und unkritisch alles kaufen, was reduziert ist, sondern einen kühlen Kopf bewahren. Es lohnt sich, zu vergleichen – und zwar nicht nur mit den unverbindlichen Empfehlungspreisen nach Katalogen, worauf sich hohe Rabattangaben oft beziehen, sondern am besten mit den Preisen, den die Konkurrenz für das gleiche oder ein ähnliches Produkt bei mindestens gleichwertigen Konditionen verlangt. Also ruhig auch bei der deutschen und europäischen (Online-)Konkurrenz vorbeischauen.

Aber aufpassen: Der Service kann manchmal wichtiger sein als der Preis

Das Produkt mit dem niedrigsten Preis ist nicht für alle das günstigste und beste.
Beispiel TV-Gerät: Manche der örtlichen kleinen Elektrogeräteläden bieten auch Reparaturen durch einen eigenen Reparaturdienst und weitergehende Services an. Neugeräte sind bei ihnen zwar meist teurer als das günstigste Angebot im Internet, dafür werden die Geräte aufgestellt, die Sender eingerichtet und das Gerät arbeitsbereit übergeben. Keine Last mit Verpackungsmüll, Gebrauchsanleitungen sind zwar dabei, müssen aber nicht unbedingt gelesen werden. Viele dieser kleinen Unternehmen kommen bei Problemen zeitnah ins Haus, um das Gerät vor Ort zu reparieren - und wenn sie es mitnehmen und eine Weile behalten müssen, weil ein Ersatzteil bestellt werden muss, dann bringen sie für diese Zeit ein Ersatzgerät vorbei.

Wer also sein Elektrogerät bei einem Problem nicht selbst abmontieren und zu einem Elektrogerätemarkt oder zur Post bringen kann/möchte, sollte bei einer Anschaffung nicht nur auf den Preis, sondern auch darauf achten, ob und wie ihm bei Problemen geholfen wird.

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Sonntag, 12. November 2017

Mein Elektrokamin mit täuschend echtem 3D-Flammenbild

Eines der tollsten Einrichtungsgegenstände, die ich mir jemals geleistet habe, ist mein Elektrokamin. Wochenlang hatte ich überlegt, ob ich mir einen Kamin anschaffen soll und wie er beschaffen sein sollte. Meine Wohnung benötigte nach fast 20 Jahren einen optischen Frischekick. Da ich keinen Kaminanschluss in der Wohnung habe, an dem man einen Ofen oder Kamin mit offenem Feuer anschließen kann, und da ich andererseits zu viel Respekt vor Gas- und Gelkaminen in Wohn- und Schlafräumen habe, habe ich mich für einen Elektrokamin mit 3D-Wasserdampf-Flammentechnik entschieden.

Die Scheu vor "falschem" Kaminfeuer habe ich einige Jahre zuvor bei einem Irlandbesuch verloren, dort war es ganz normal einen Gaskamin oder ein anderes holzfreies, offenes Feuer im Wohnzimmer zu haben. Allerdings war mir bei der Anschaffung meines Elektrokamins sehr wichtig, dass das falsche Feuer in meinem Kamin wie echt aussah. Ich habe den für mich richtigen Elektrokamin gefunden und den Kauf nicht einen Tag bereut.

Mein Wunschkamin hat einen Rahmen aus cremeweißem Fossilsteinmarmor und einen Feuereinsatz mit 3D-Wasservernebelungstechnik. Die Funktion als Heizlüfter ist zuschaltbar An- und Abschalten kann ich den Kamin am Kamineinsatz (Schalter sind unter der Fake-Abzugshaube) oder mittels Fernbedienung.
Mein persönlicher Wunschkamin steht inzwischen seit 3 1/2 Jahren bei mir in meiner kleinen Wohnung. Er hat (unsichtbar) auch eine Art Heizlüfter mit mehreren Stufen integriert, allerdings wird die Heizfunktion bei mir so gut wie nie genutzt, da wir in unserem Mehrparteienhaus eine gasbetriebene Zentralheizung haben - aber wenn es trotzdem mal etwas ungemütlich wird, reicht es mir, das "Feuer" in meinem Lieblingskamin zu sehen, und schon fühlt es sich warm und gemütlich an. Nur unter besonderen Umständen, beispielsweise einem Kälteeinbruch im Sommer o. Ä., aktiviere ich die Elektroheizungsfunktion - da mein Strom von einem hundertprozentigen Ökostrom-Anbieter stammt, belastet das mein Gewissen auch nicht.

Täuschend echte Flammen bei der 3D-Wassernebel-Flammentechnik

Worauf man beim Kauf eines Elektrokamin achten sollte

Platzbedarf
Wer wie ich eine kleine Wohnung hat, muss sich genau überlegen, ob und wie viel Platz man opfern kann, der ja auch für einen Schrank, ein hohes Regal oder ein Gästeklappbett geeignet wäre.

Aufstellungsort
Mit einem "gezähmten" Feuer verbindet man Wärme, Schutz und Gemütlichkeit - und dieser Eindruck soll sich bereits beim Betreten des Raumes einstellen und sich auf den gesamten Raum ausbreiten.

Kamingehäuse
Das Material und die Farbe des Kaminrahmens sollten zum Raum passen. Mir war einerseits ein natürlich wirkendes Rahmenmaterial wichtig. Für meinen kleinen Wohnraum mit Möbelstilmix wählte ich eine helle Rahmenfarbe, die den Raum eher größer wirken lässt.

Feuereinsatz
Den Feuereinsatz gibt es in verschiedenen Metallfarben. Die "Feuertechnik" wird unter einer Haube aus "verglimmendem Holz" (Kunststoffimitat) versteckt.

Feueroptik/Feuertechnik
Den größten Einfluss auf das Gesamtbild hat bei "brennendem" Kamin meiner Meinung nach die "Feuertechnik". Günstige Kamine haben meist ein eher statisches Flammenbild. Sie wirken vor allem über die Lichtfarbe ein wenig heimelig. Mir war es aber wichtig, dass das Feuer wie echt aussieht mit sich bewegenden Flammen und Rauchentwicklung - notfalls wollte ich lieber noch etwas sparen, bis ich mir meinen Traumkamin leisten konnte. Diese optische Täuschung hinzubekommen, erfordert nämlich eine entsprechende Technik - bei meinem Kamin wird aufsteigender Wasserdampf/Wassernebel erzeugt und von unten von versteckten Lampen angeleuchtet. Begriffe für diese Fake-Flammen-Technik sind 3D-Feuereinsatz, 3D-Wasservernebelungstechnik, 3-D Flammeneffekt, Opti-myst 3D und ähnliches mehr in vielen verschiedenen Schreibweisen. Aber Fakt ist: Man sieht als erstes leichten Rauch aufsteigen (Wasserdampf oder feiner Wassernebel) und gleich darauf beginnen die Flammen zu züngeln - im ersten Jahr bin ich immer wieder hingelaufen, weil ich dachte, jetzt brennt der Elektrokamin wirklich, was natürlich nicht möglich ist. Es ist eine sehr gelungene optische Täuschung.

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Zusatzfunktionen
Mein Elektrokamin sieht nicht nur schön aus, sondern kann auch heizen. Wem dies wichtig ist, sollte auf die Funktion und deren Leistungsstärke achten.

Desweiteren kommt es auch bei dieser Kaufentscheidung auf den Preis, das Vertrauen in die Marke und in den Händler sowie auf die Lieferbedingungen und die Garantie an. Wenn alles passt, ist so ein Elektrokamin auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für ganze Familie.

Händler

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Dienstag, 7. November 2017

Wie viel Prepper sollte man sein? Auf welche Katastrophen sollte man sich vorbereiten?

Seit der Ausstrahlung der ZDFinfo- Reportage Blackout - Deutschland ohne Strom vor ein paar Tagen (in der Mediathek noch bis zum 13.1.2018) überlege ich mal wieder, wie viel Vorbereitung auf einen Stromausfall oder schlimme Katastrophenfälle sinnvoll und notwendig ist. Und mich würde interessieren, wie andere mit dem Thema umgehen - ob sie sich vorbereiten oder die Gefahr ignorieren.

Bisher wusste ich von Bedrohungen unserer Zivilisation, der Menschheit und sogar der Erde vor allem durch Dokumentationen auf Privatsendern, die mich beim Zappen erschrocken innehalten ließen. Mit Bedrohungen meine ich nicht die Zerstörung allen Lebens durch Atomkriege oder dass die Erde durch Umweltzerstörung langfristig unbewohnbar werden könnte – mit diesen Damoklesschwertern sind viele von uns aufgewachsen und versuchen, es zu verhindern. Was mir aber bis vor ein paar Jahren unbekannt war, ist beispielsweise, dass ein großer Vulkanausbruch in Italien möglich ist, der sich wahrscheinlich auf ganz Europa auswirken würde, ebenso, dass ein großer Meteoriteneinschlag irgendwo auf der Erde auch bei uns gravierende Folgen haben würde und Ähnliches mehr. (Kleine Meteoriteneinschläge passieren mehrmals jährlich und haben kaum Auswirkungen, größere können u. U. das Klima für einige Jahre verändern, ein sehr großer vor 66 Millionen Jahren hatte zur Folge, dass alle Nicht-Vogel-Dinosaurier und viele andere Lebewesen ausstarben.)

Sollte man sich auf einen andauernden Stromausfall und Katastrophen vorbereiten?
Und wie viel Vorbereitung ist sinnvoll?
Die Gefahr eines Blackouts

Schon wesentlich kleinere Naturkatastrophen oder Ereignisse wie Blitzeinschläge, Orkane und Sonnenstürme könnten bei unglücklicher Verknüpfung der Umstände einen anhaltenden und flächendeckenden Ausfall der Stromversorgung zur Folge haben. Darüber hinaus sind Kraftwerke, Leitungsnetze und Schaltanlagen immer der Gefahr eines physischen Terrorangriffs und deren Software, beispielsweise zur Steuerung des Kraftwerks oder der Netzauslastung etc., sowieso fortwährend der Gefahr eines Hackerangriffs ausgesetzt. Auch Unglücke wie ein Flugzeugabsturz auf ein Kraftwerk sind nicht völlig auszuschließen. Die Wahrscheinlichkeit des einzelnen möglichen Ereignisses ist zwar extrem gering, aber da es viele verschiedene Ereignisse und Katastrophen gibt, die einen solchen Blackout zur Folge haben können, ist die Möglichkeit, dass er eintritt, nicht allzu unwahrscheinlich.

Ein Stromausfall hätte zur Folge, dass Aufzüge und viele öffentliche Verkehrsmittel wie U-Bahnen und Straßenbahnen sofort stehen bleiben. Menschen wären eingesperrt, Pendler kämen nicht nach Hause. Auch Krankenhäuser wären betroffen – Notstrom kann nur begrenzt aufrechterhalten werden und die indirekten Auswirkungen wie Probleme mit der Wasserversorgung und der Müllentsorgung sind außerhalb der direkten Kontrolle. Am schlimmsten aber wäre: Vieles, was für uns im Alttag selbstverständlich ist, würde ebenfalls sofort oder sehr bald nicht mehr funktionieren: Kochen mit Strom, strombetriebene Haushaltsgeräte, Heizanlagen (haben meist elektrische Zündung), Trinkwasserversorgung, Tanken, Geld abheben, Einkaufen (nicht mal die Türen, geschweige denn die Kassen würden funktionieren), Nutzung von Computern, TV-Geräten, Mobilfunkgeräten oder von stromnetzabhängigen Radios – all das würde nicht mehr funktionieren, wenn irgendetwas die Lebensader Strom unseres normalen Lebens kappen würde.

Stromausfall – wie bereitet man sich vor?

Was man auf jeden Fall für einen Stromausfall griffbereit haben sollte, sind Kerzen, Feuerzeuge, Batterie-Radio und batteriebetriebene Lichtquellen (Taschenlampe o. a.) mit ausreichend vielen Batterien. Für Akkugeräte mit USB-Anschluss o. Ä. ist eine Solar-Powerbank zum Aufladen* sinnvoll. Außerdem sollte man einen ausreichenden Vorrat an Nahrung, Wasser und Medikamente haben. Aber was ist ausreichend? Ich habe mir angewohnt, immer etwas mehr an Getränken und Lebensmitteln auf Lager zu haben, als ich bis zum nächsten Wocheneinkauf verbrauche. Bei den Lebensmittelvorräten achte ich darauf, dass man einen Teil davon (notfalls) ohne Kochen zubereiten und essen kann. Trotzdem frage ich mich immer wieder, für wie lange meine Getränke- und Nahrungsmittelvorräte denn reichen müssen. Wenn ich aufs Waschen und Abspülen zwecks Wassersparen verzichte, käme ich derzeit etwa eine Woche aus. Aber reicht das?

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Captain Jack Reynolds empfiehlt im Forum bei den Österreichischen Preppern Nahrung, Wasser und Medikamente für zwei Wochen zu bevorraten. Er rechnet 4 Liter Wasser pro Person pro Tag – im Winter ist das vielleicht etwas großzügig, aber im Sommer sind 4 Liter für Trinken, Mahlzeiten zubereiten etc. eher wenig – und aufs Waschen zu verzichten fällt im Sommer auch schwerer (und Hygiene ist in einem Katastrophenfall mit anhaltender Wirkung sehr wichtig).

Wasser für die Toilettenspülung hoffe ich, notfalls aus der nahe gelegenen Isar holen zu können – aber ob das realistisch, erlaubt und ungefährlich ist? (Am meisten fürchte ich, dass sich Menschen bei einer Katastrophe sofort in einem rechtsfreien Raum wähnen könnten und mit Überfällen, Plündern und Brandstiften beginnen, statt sich gegenseitig zu helfen).

Vielleicht braucht man doch einen Brauchwasser-Vorrat – ich fürchte nur, dass unsere Eigentümerversammlung dagegen wäre, wenn jeder Bewohner der Hausgemeinschaft zur Katastrophenvorbereitung eine Regentonne aufstellte oder Zisterne baute. Aber praktisch wäre es: Wenn man Regenwasser hätte, könnte man es zum Spülen in einem Eimer oder einer Schüssel verwenden und dieses Spülwasser nach dem Gebrauch für die Klospülung verwenden.

Jedenfalls erfordern die Vorräte an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Sonstigem eine regelmäßige Überprüfung beziehungsweise müssen solche Vorräte, die nahe am Ablaufdatum sind, gegen neuere ausgetauscht werden und die alten im Alltag verzehrt/verbraucht werden.

Wer aufs Kochen aus gesundheitlichen Gründen nicht verzichten kann, müsste auch einen Gaskocher und Kartuschen bevorraten. Darauf verzichte ich - zur Not steht noch ein alter Dreibeingrill irgendwo rum -, aber wenn es ums Überleben geht, esse ich meine Suppe auch kalt mit Knäckebrot, Crackern oder Tortilla-Chips. Apropos: Mit Grill oder Camping-Gaskocher sollte man nur im Freien kochen.

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Allerdings liebäugle ich schon länger mit einer kleinen Solar-Inselanlage* für die Terrasse – mit der könnte man nicht nur in Stromausfallzeiten das Smartphone aufladen und Geräte mit 230V-Anschluss betreiben. Aber meine Terrasse ist klein und bei uns sind schon TV-Antennen und andere optische Hässlichkeiten verboten, jede bauliche Veränderung bedarf der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Im Alltag darf ich so eine Anlage wahrscheinlich nicht aufstellen, aber ich nehme an, dass in einem Notfall niemand lästern würde.

Wie bereitet man sich auf eine überraschende Evakuierung vor?

Bei manchem Ereignis (Bombenfund auf der Baustelle nebenan) oder bei mancher Katastrophe (Atomunfall in der Region, Hausbrand oder Hochwasser) muss man sein Zuhause fluchtartig verlassen - da hat man unter Umständen keine Minute Zeit, um zu packen, und es ist nicht einmal sicher, dass man sein altes Zuhause jemals im alten Zustand wiedersieht. Wie soll man sich darauf vorbereiten?

Sicherheitsdisketten von vielem, was ich beruflich brauche, habe ich zur Sicherheit an einem anderen Ort deponiert (oh je, die müsste ich auch schon längst mal wieder erneuern). Aber was kann man sonst noch tun?

Manche raten, für solche Fälle einen Rucksack mit dem Wichtigsten vorbereitet und griffbereit zu haben. Darin sollten sein: Handy oder Smartphone (mit Solar-Powerbank*), Block, Stifte, Taschenlampe, Proviant, Medikamente, Dosenöffner, Taschenmesser, wichtige Papiere (wenigstens in ausgedruckter Kopie), (Ersatz-)Kleidung, gutes Schuhwerk und Regenzeug. Wer damit rechnet, durch unbekannte oder straßenlose Gegenden ziehen zu müssen, braucht vielleicht sogar Kompass und Landkarte und natürlich auch ein brauchbares Erste-Hilfe-Equipment.

Bis jetzt habe ich gar keinen Notfallrucksack, lediglich ein kleines Köfferchen mit Unterwäsche und einem Schlafanzug fürs Krankenhaus, falls ich mal einen Blinddarmdurchbruch oder Unfall haben sollte. Doch ich überlege, ob ich meinen alten Reiserucksack aus jüngeren Jahren entsprechend für einen Sofort-Evakuierungsfall präparieren soll.

Wie viel ist hilfreich und sinnvoll und ab wann wird man zum freakigen Prepper?

Es gibt Menschen, die für sich, ihre Familie oder Gemeinschaft strahlensichere Bunker anlegen und diese mit Vorräten für Monate bestücken. Das scheint mir persönlich übertrieben viel Katastrophenvorbereitung, aber im Falle eines Falles haben sie womöglich recht. Letztendlich muss jeder Mensch oder jede Familie selbst entscheiden, für wie wahrscheinlich und anhaltend er/sie welche Katastrophen hält und ob und wie man sich darauf vorbereiten will. Da ich an einigen Stellen unsicher bin, was ich tun soll und was das richtige Maß ist, habe ich mir auf der Seite vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den kostenlosen Ratgeber "Katastrophen" bestellt.

Der kostenlosen Ratgeber "Katastrophen" des BBK enthält viele Empfehlungen und Checklisten.
Nach der Lektüre des Katastrophen-Ratgebers des BBK weiß ich, dass noch mehr zu überlegen und vorzubereiten ist, beispielsweise eine immer griffbereite Dokumentenmappe, in dem man der Empfehlung des Amtes nach die wichtigsten Dokumente sammelt (von Geburtsurkunden im Original über Zeugnisse, Sparbücher etc. im Original oder als beglaubigte Kopie bis hin zu Personalausweisen, Zeugnissen, Rentenversicherungsbelege sowie Bescheide der Agentur für Arbeit in normaler Kopie - das sind nur Beispiele, die tatsächliche Liste ist ziemlich lang - ich fürchte, danach habe ich keinen Überblick mehr, was ich wo für welchen Fall eingeordnet habe).

Fazit: Die Vorbereitung auf einen andauernden Stromausfall oder Katastrophen erfordert einiges an Arbeit und Organisation. Aber andererseits: Je besser man selbst vorbereitet ist, sich und anderen zu helfen, desto besser können sich Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswert usw. auf andere wichtige Notmaßnahmen konzentrieren - und das kommt letztendlich allen zugute.

Und ihr/Sie? Zu welchem Schluss seid ihr/Sie gekommen oder verdrängt ihr das Thema lieber ganz?

* Werbelink/Affiliate-Link: Wer nicht möchte, dass ich ein paar Cent verdiene, wenn er/sie über einen solchen Link einkauft, bitte nicht über den Link einkaufen.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Apropos Geschenke: Kann ein Staubsauger glücklich machen?

Geschenke sollen dem beschenkten Menschen eine Freude bereiten. Ein Staubsauber macht dies nur unter besonderen Umständen.

Jeder Mensch bekommt gerne Dinge geschenkt, die Wertschätzung oder Zuneigung ausdrücken oder einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Manche freuen sich über ein besonderes Schmuckstück, ein kostbares Parfum oder einen gemeinsamen Konzertbesuch (Zeit ist immerhin ein besonders wertvolles Gut), andere macht ein Videofilm vom Lieblingsregisseur, ein Sammlerstück oder Werkzeug passend zum persönlichen Hobby oder etwas anderes, das schwer zu beschaffen ist oder das nicht über das normale Haushaltsbudget abgedeckt wird, glücklich.

Wann Haushaltsgeräte als Geschenk abtörnen …

Eine neue Friteuse oder ein Haushaltsgerät eignen sich in der Regel weniger als glücklich machendes Geschenk - außer man schenkt sie Menschen, die sich gerade den ersten oder einen neuen Haushalt einrichten. Aber wer als langjährig haushaltsverantwortlicher Mensch so ein Gerät bekommt, empfindet das nicht als Liebesbeweis, sondern liest daraus: Wir mögen Fritten, jetzt schenken wir dir ein Gerät, mit dem du uns welche machen kannst. Oder: Damit du unserer Familie besser dienen kannst, schenken wir dir einen neuen Staubsauger (bei dem noch alle Räder dran sind – im Gegensatz zum alten, der nur noch mit kleinen Tritten befördert seinen Dienst tut).

Tatsächlich kann ein Geschenk dieser Art verletzen. Haushaltsgeräte und andere Dinge, die allen in der Familie zugute kommen, sollte sich die Familie als Ganzes selbst zum Geschenk machen, einzelnen Menschen, denen man eine Freude bereiten möchte, schenkt man besser etwas Uneigennütziges.

… und wann sie begeistern

Tatsächlich bekam ich aber letztes Jahr aus heiterem Himmel von einem guten Freund einen Staubsauger geschenkt!

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Was soll das denn, dachte ich im ersten Moment. Aber da dieser Mensch noch nie in meiner Wohnung war und ich umgekehrt auch nicht bei ihm saubermache, wusste ich, dass das Geschenk weder als Kritik an meinen Haushaltstalenten gemeint war, noch dass er selbst einen Vorteil davon haben würde, dass er mir dieses Geschenk machte. (Und Staubsaugervertreter ist er auch nicht - dies ist kein gesponserter Beitrag!)

Tatsächlich hat er mir diesen beutel- und kabellosen Supersauger vom meines Wissens teuersten Staubsaugerhersteller geschenkt, weil er selbst von diesem Gerät und dessen herausragender Handlichkeit und Saugkraft begeistert war und weil er aus meinen Erzählungen wusste, dass ich tatsächlich ein Staubproblem habe, mir aber so ein teures Gerät nie selbst anschaffen würde. Ich probierte das Gerät aus und meine anfängliche Skepsis wich der Begeisterung. Dieser Staubsauger war mein Problemlöser!

Mein alter Staubsauger mit dem fehlenden Rad landete noch am gleichen Tag im Kellerabteil - dort muss auch gelegentlich gesaugt werden -, und sein noch ollerer Vorgänger, der bisher dort stand, wurde für seinen letzten Gang - den zum Wertstoffhof - vorbereitet und ins Auto geladen. Und ich habe dank meines neuen Turbosaugers Staubsaugen als eine Tätigkeit entdeckt, die Spaß macht!

Man merke sich: Staubsauger als Geschenk machen glücklich, wenn sie sehr gut sind und uneigennützig verschenkt werden. Genauso würde ein moderner Outdoorgrill, Räucherofen oder ein Kaffeevollautomat sicher manchen Menschen eine Freude bereiten, wenn hauptsächlichen sie selbst sich dieses Gerät wünschen - und nicht etwa die schenkende Person sich bessere Grillspeisen oder Kaffee wünscht, wenn sie uneingeladen zu Besuch kommt.

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Donnerstag, 5. Oktober 2017

Wer die Bundestagswahl wirklich verloren hat (Kommentar)

In einigen Medien werden derzeit die SPD und ihr Kanzlerkandidat Schulz geschlachtet - sie seien die großen Verlierer der Bundestagswahl. Diese Deutung ist meiner Meinung nach nicht nur unfair, sondern auch falsch.

Auf den ersten Blick scheint alles klar zu sein: Der Balken der Union ist in der Wahlergebnisgrafik wie gewohnt recht groß und der der SPD daneben kleiner. Also hat die SPD verloren. Doch das täuscht.

Statistik: Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl in Deutschland am 24. September 2017 (Zweitstimmen) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Man sollte genauer hinschauen

Zwar ist die Union aus CDU/CSU noch immer die größte Fraktion (solange die beiden in der Union zusammenbleiben), aber schaut man genauer, wessen Wähler im Vergleich zu 2013 verlustig gegangen sind, dann sieht man, wer gewonnen und wer verloren hat.

Manche Wähler wollten die Große Koalition nicht mehr

Alle an der Regierung beteiligten Parteien verloren Stimmen, während alle anderen Parteien zulegten. Das deutet auf eine Unzufriedenheit mit der Großen Koalition oder zumindest auf eine gewisse Überdrüssigkeit hin.

Veränderungen zur letzten Wahl 2013 laut Bundeswahlleiter (gefunden bei Spiegel Online), geordnet vom größten Wählerverlust zum höchsten Wählergewinn:
  • Unionsfraktion gesamt -8,6 %, davon: 
    • CSU ca.    -10,8 %
    • CDU ca.     -8 %  
  • SPD ca.  -5,2 % (im CSU-Land Bayern sogar noch weniger) 
  • Sonstige -1,2 % 
  • Grüne    +0,5 %
  • Die Linke +0,6 %
  • FDP       +5,9 % 
  • AFD      +7,9 % 
Als Grafik ohne Sonstige und CDU und CSU gesplittet sieht das so aus:


Ergebnis der Bundestagswahl 2017: Wählerstimmen-Gewinne/Verluste im Vergleich zu 2013 in Prozent

Hauptverlierer der an der Regierung beteiligten Parteien ist eindeutig die CSU, ihr sind immerhin fast 11 Prozent der Wähler abhandengekommen, gefolgt von der CDU, die 8 Prozent weniger Wähler hatte - trotz deren KanzlerInnen-Vorteil!

Die SPD schnitt von den drei an der Regierungskoalition beteiligten Parteien am besten ab, sie verlor etwas über 5 Prozent ihrer Wähler (im CSU-dominierten Bayern weniger). Wie viel davon der konstruktiven Regierungsarbeit der einzelnen SPD-Minister, wie viel dem Kanzlerkandidaten Schulz, wie viel der Angst vor einer Koalition mit Die Linke und wie viel den Nach- und Nebenwirkungen durch ehemaliges Führungspersonal wie dem früheren Bundeskanzler Schröder positiv oder negativ zuzurechnen sind, könnte man nur durch eine Befragung unter den SPD-Wählern herausfinden. Mir ist leider keine solche Wählerbefragung bekannt.

Auffällig ist, dass die Parteien, die während der großen Koalition in der Opposition waren, nur geringfügig von der Unzufriedenheit eines Teils der Bürger profitieren konnten. Die Grünen dürften davon profitiert haben, dass eine andere Gruppe der Wähler eine schwarz-gelbe Koalition verhindern und die Themen Umwelt, soziale Gerechtigkeit, Digitalisierung etc. in einer möglichen Jamaica-Koalition stärken wollten.

Was von der Großen Koalition 2013 - 2017 bleibt

Ich glaube die drei Parteien werden ganz unterschiedlich in Erinnerung bleiben:

Die SPD hatte 2013 Wahlziele, die ihr gut standen, und hat diese in der Großen Koalition 2013 bis 2017 auch recht gut umsetzen können: Mindestlohn, Frauenquote, Kindergeld, Kita-Plätze, Mietpreisbremse, Erwerbsminderungsrente, Ehe für alle und vieles mehr. Diese hauptsächlich von der SPD erarbeiteten Errungenschaften wirkten sich meiner Meinung nach positiv auf die Zufriedenheit mit der Regierung insgesamt aus. Ich glaube nicht, dass sonst über 50 Prozent der Wähler wieder eine der der drei Regierungsparteien/-fraktionen gewählt hätten (Union 32,9 %, SPD 20,5 %).

Die CDU unter Frau Merkel hängte ihr Segel in den Wind, und wartete, dass sie vorangetrieben wurde - das wurde - wie auch schon vorher, als sie das Ende der Atomkraft der rot-grünen Vorgängerregierung wieder zurücknahm, um es nach dem Unglück von Fukushima wieder einzuläuten - mal wieder ein Schlingerkurs.
In meiner Erinnerung bleiben von der CDU die Schwarze Null, verelendende Griechen, ein oft inkompetent kommentierender Innenminister, eine uneindeutige, unvorbereitete und schlecht kommunizierte Flüchtlingspolitik und ein Deal mit dem türkischen Staatschef Erdogan - letzteren fand ich allerdings im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren einen überraschenden und klugen Schachzug von Merkel, es war eine historische Chance für Erdogan, sich positiv darzustellen und sich der EU zu nähern, die er leider nicht ergriff, sondern erfolglos für Erpressungsversuche und anderes unwürdiges Verhalten zu nutzen versuchte - ein trauriges Kapitel in der türkischen Geschichte vor allem für jene Türken, die sich für Demokratie einsetzen und der Trennung von Staat und Religion gemäß des Staatsgründers Atatürk treu bleiben wollten. Aber zurück zu unseren eigenen Problemen: Die Ausrüstung der Bundeswehr - sie ist immer noch miserabel und die Verteidigungsministerin hat es sich in einer Krisensituation mit dem führenden Bundeswehrpersonal versaut. Fazit: Der/die dritte VerteidigungsministerIn der Union wurde verschlissen, ohne dass man den Eindruck hat, dass da wirklich was vorwärtsging.
Von der Willkommenskultur und der Klimakanzlerschaft ist auch nicht viel geblieben und unsere Vorreiterrolle in Sachen umweltfreundlicher Energie und Technologien, erworben in den Jahren, als die Grünen noch mitregierten, sehe ich leider auch dahinschwinden.
Frau Merkel steht jedoch für Ausdauer in Verhandlungen, Ruhe und Besonnenheit (sowie Aussitzen und Stillstand) in Krisen, für einen professionellen Umgang mit führenden Politikern anderer Länder sowie für Fleiß und erfreuliche Bescheidenheit im Auftreten. Vor allem ihrem Image als Ruhepol in Europa, aber auch der erfolgreichen Arbeit der SPD innerhalb der Koalitionsregierung hat die Union es meiner Ansicht nach zu verdanken, nicht stärker von den Wählern abgestraft worden zu sein.

Die Arbeit der CSU auf Bundesebene bleibt mir mit Aktionismus, Benachteiligung vom Land gegenüber der Stadt, Umweltverschmutzung (Abgasskandalabwiegelung, Umweltbelastung durch konventionelle Landwirtschaft) und Anbiederung an die AFD in Erinnerung: Wie wichtig war ein neues Punktesystem für Verkehrssünder oder eine Maut für PKW? Warum wurden keine Anreize, beispielsweise mit besserer Infrastruktur, Schulen und öffentlichen Verkehrsmitteln, für das Leben auf dem Land gesetzt - das würde die Wohnungsnot in den Städten und die Verarmung und Vereinsamung der verlassenen Alten auf dem Land verringern. Warum ging die Reparatur von Straßen und der Ausbau der Kommunikationsnetze so langsam voran?
Ja ja, das ist doch nicht alles (nur) Bundessache - aber man hätte darüber diskutieren und diese Grenze möglicherweise verschieben können. Auf die intransparenten und umstrittenen ÖPP-Projekte für den Autobahnbau kann der CSU-Verkehrsminister auch nicht wirklich stolz sein. Und warum wird zu wenig für eine umweltverträglichere Landwirtschaft getan, sondern vor allem die industrielle Landwirtschaft unterstützt? Auch dies ein Thema, das im Aufgabenbereich eines CSU-Ministers lag. Wie viele andere wurde es meiner Meinung nach zu wenig verbraucher- und nachhaltigkeitsorientiert angegangen.
Am meisten wird mir aber in Erinnerung bleiben, wie CSU-Chef Seehofer, der auch Regierungsmitglied war und möglicherweise bleibt, die Bundeskanzlerin öffentlich abkanzelte und demütigte und wie er und sein Hofstaat in einer schwierigen Situation die Angst vor Fremden schürten und sich der AFD anbiederten, um sich (erfolglos) zu profilieren, statt aufzuklären und konstruktiv an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Dass die AFD so stark werden konnte, laste ich persönlich zu einem großen Teil ihm und seinesgleichen an.

Wer sich anbiedert, verliert! Und das ist gut so.

Erst Willkommenskultur, die zwar nicht vorbereitet und dann auch nicht genügend nach unten im Verwaltungsapparat durchgestochen und auch nicht anhaltend zuversichtlich an die Bürger kommuniziert wurde, die trotzdem viele Menschen auf den Plan rief, die sich freiwillig ehrenamtlich und bis zur Erschöpfung dafür engagierten, dass diese Menschen, die da mit ein paar Plastiktüten und einem Handy mehrheitlich aus Kriegsgebieten ankamen, etwas Menschlichkeit erfuhren. Dann die Rolle rückwärts ins Unmenschliche vor allem dank Druck der CSU: Da wird plötzlich Afghanistan pauschal als ungefährlich eingestuft und sogar unbescholtene, gut integrierte Leute dorthin zurückgeschickt. Bei uns aufgeschlagene Kriegsflüchtlinge aus Syrien, die von ihren Familien vorausgeschickt worden waren, um einen Platz für die Familie in dieser Welt zu finden, dürfen ihre Frauen und Kinder nun nicht nachholen. Schämt euch!

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Und trotz des Verhaltens von Seehofer und der CSU hat die AFD die meisten Stimmen bei der Union abgefischt sowie Nichtwähler mobilisiert (siehe die Wählerwanderungen im Spiegel Online)!

Damit wir nicht alle zu VerliererInnen werden

Nicht nur, dass die AfD die meisten politischen Diskussionen, TV-Sendungen und (Online-)Veröffentlichungen der vergangenen Monate bestimmt hat und dass sie die Geflüchteten, von denen in Wahrheit kaum noch welche bis zu uns kommen, für eine angeblich vervielfachte (Terror-)Gefahr verantwortlich gemacht hat, es bleibt zu befürchten, dass das nun so weitergehen soll, wenn diese Partei im Bundestag sitzt. Wenn wir nicht etwas dagegen tun!

87,4 Prozent der Wähler haben nicht die AFD gewählt!

Man kann nur hoffen, dass möglichst viele KonsumentInnen von Medien und TeilnehmerInnen in sozialen Netzwerken erkennen, dass Parteien am äußeren Rand gezielt mit Empörung arbeiten, um Aufmerksamkeit zu bekommen und Menschen einzufangen. Man kann sich dem ganz einfach entziehen, beispielsweise kann man TV-Sendungen, die immer wieder die Empörungswelle reiten, einfach abschalten (sachlichere Diskussionsrunden findet man beispielsweise auf Phoenix oder ARTE und manchmal in den Dritten Programmen), entsprechende stimmungsmachende Zeitungen kann man abbestellen und bei Facebook kann man Hetzgruppen und unmoderierte Medienseiten, auf denen Trolle, Bots und Radikale frei schalten und walten dürfen, verlassen.

Wenn wir nicht alle zu WahlverliererInnen werden wollen, dann dürfen wir uns den extremen Parteien nicht anbiedern und uns von ihnen auch nicht weiter die Themen aufdrücken lassen (- wohl aber ihre Wähler nach ihren Motiven fragen, gezielte Falschmeldungen, denen sie möglicherweise aufgesessen sind, entlarven, aber berechtigte Kritik am System und an uns auch annehmen). Aber wir müssen unsere Aufmerksamkeit wieder ausweiten: auf Themen wie Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und -ernährung, Resourcenschonung, gesunde Umwelt und vernünftige Arbeitsbedingungen, gerechte gesellschaftliche Entwicklung (vor allem angesichts von Globalisierung und Digitalisierung). Wir müssen überlegen und diskutieren, wie die Schere zwischen Arm und Reich verringert und faire Bedingungen für alle geschaffen werden können - bei uns, in Europa und weltweit. Die Welt wird kleiner und wir müssen im Guten zusammenwachsen - auch damit nicht alle bei uns wohnen wollen oder müssen. Die Alternative zur Verständigung mit den anderen Menschen - bei uns im Lande, um uns herum und weltweit - wären (Bürger-)Kriege, Not und Tod. Diese Alternative kann doch niemand ernsthaft wollen.

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Wie ordnet ihr/Sie die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 ein - ähnlich oder ganz anders? Ich freue mich über sachlich begründete Meinungen in den Kommentaren.

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Sonntag, 10. September 2017

Bundestagswahl 2017: Wen soll man wählen? (Meinung)

Lebensqualität hat erstens mit Leben im Sinne von "nicht tot sein" und zweitens mit Qualität, also dem, was uns am Leben wichtig ist, zu tun. In den Talkshows wird seit Wochen vor allem über die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus geredet, tatsächlich aber sterben bei uns jährlich 35.000 Menschen (!!!) an der Luftverschmutzung und nur wenige durch islamistischen Terrorismus. Trotzdem wird das Thema Umwelt- und Luftverschmutzung von fast allen Parteien und sogar von den Wählern ignoriert und gleichzeitig islamistischer Terror als Vorwand für vieles missbraucht, das unsere Lebensqualität mindert und uns einem abgeschotteten Überwachungsstaat näher bringt. 

Lebensqualität kann nur haben, wer lebt

Ich habe einige Zahlen aus verschiedenen Quellen (siehe unten) zur Ursache von Todesfällen in Deutschland zusammengesucht, um die Bedrohung verschiedener Gefahren für den einzelnen Menschen zu verdeutlichen.

Ausgewählte Todesursachen in Deutschland

Todesfälle pro Jahrverursacht durch TodesursacheZahl aus dem Jahr
35.000 Luftverschmutzung durch Feinstaub und Ozon,
davon
2010
ca. 25.500 - Luftverschmutzung aus Landwirtschaft
(Düngung und Massentierhaltung),
fossile Kraftwerke, Industrie etc.
2010
ca. 6.750 - Verkehrsabgase2010


zum Vergleich:
9.815 Unfälle im Haushalt2015
3.358 Verkehrsunfälle2014
3 bis 7 BlitzschlagDurchschnitt
Islamistischer Terror in D2015
12 Islamistischer Terror in D2016
Islamistischer Terror in D2017 bis heute

Als Grafik sieht das dann so aus:
Was gefährdet uns im Alltag?

Natürlich müssen islamistische und andere Terroranschläge verhindert und feiges Morden aller Art bekämpft werden. Aber islamistischer Terror ist nicht das einzige und wichtigste Thema, mit dem wir uns in diesem und den folgenden Wahlkämpfen befassen sollten, auch wenn uns das die politische Kommunikation und die Plakate mancher Parteien anscheinend glauben machen wollen.

Wir Deutsche sterben viel häufiger an Luftverschmutzung durch Autoabgase (fast 10.000 pro Jahr) als durch Verkehrsunfälle (3.358) - und mehrere tausend Male häufiger durch Luftverschmutzung allgemein als durch Terrorakte.

Die verschmutzte Luft, mit der wir tagtäglich leben und die jedes Jahr so viele Menschenleben kostet, ist nicht naturgegeben wie ein Vulkanausbruch, sondern überwiegend von Menschen gemacht. Luftreinhaltung sollte für die Politik oberste Priorität haben, nicht nur in Deutschland, sondern mindestens europaweit, da wir auch die Luftverschmutzung unserer lieben Nachbarn abbekommen. Dafür sollten sich die Parteien stark machen.


Warum ich CDU/CSU, FDP, AFD und Linke nicht wählen würde

Terrorismus wird leider von Parteien und Politikern dazu benutzt,
  • sich aufzuplustern und von Fehlern abzulenken,
  • wichtigen Themen aus dem Weg zu gehen, 
  • Gruppen von Menschen zu diskreditieren, 
  • Menschen in Not zu schikanieren und 
  • unser aller Freiheit einzuschränken. 
Dabei waren Terroranschläge wie im Fall Amri durch behördliches Versagen und fehlende Umsetzung bestehender Gesetze möglich. Was sollen da neue Gesetze bringen? Aber über Fehler spricht man natürlich nicht gern, sondern schwingt lieber markige Reden und versucht, die Gelegenheit dazu zu nutzen, die Freiheit und Privatsphäre der Bürger weiter einzuschränken.

Übrigens: Nach den obigen Zahlen finde ich überlegenswert, ob man nicht schon im Kindergarten und der Schule Kurse zur Unfallverhütung im Alltag einführen sollte.

Welche Art Gesellschaft trägt positiv zu meiner Lebensqualität bei?

Mir persönlich sind neben Umwelt- und Naturschutz (nicht nur wegen meiner Gesundheit) der respektvolle Umgang miteinander und der soziale Frieden in einer weltoffenen, demokratischen und freien Gesellschaft mit Fairness und gleichen Chancen für alle wichtig. Doch die oben genannten Parteien sind entweder seit Jahrzehnten die Marionetten der Industrie und der industriellen Landwirtschaft (CDU/CSU) und/oder schüren jetzt Fremdenfeindlichkeit und Terrorangst, statt aufzuklären - dabei übertrumpfen sie sich in Abschiebungs- und Überwachungsvisionen (CDU/CSU, FDP, AFD), statt sich mehr und angemessen mit den wichtigen Themen unserer Zeit zu beschäftigen.

Wo sind im Wahlkampf die Themen Umweltbelastung und Gesundheitsschädigung durch Verkehr und Landwirtschaft, die Veränderung unserer Umwelt durch den Klimawandel, Vorbereitung unserer Gesellschaft auf die rasant fortschreitende Digitalisierung (Schule, Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarkt etc.), Möglichkeiten einer fairen Globalisierung etc.?

Einigermaßen angemessene Fragen und Antworten finde ich nur bei den Grünen und der SPD - auch wenn man über manche Details auch dort natürlich diskutieren kann.

Und warum nicht Merkel wählen?

Frau Merkel (CDU) ist eine fleißige Frau und hat meiner Meinung nach in einzelnen Situationen richtig gehandelt, aber sie ist immer wieder zu naiv und glaubt den Falschen (George W. Bush, Atomindustrie, Banken, Automobilindustrie) - ausbaden müssen die Folgen die Verbraucher, die Steuerzahler, na ja, und jeder, der atmet -, sie hat keine vorausschauenden Vorstellungen, wohin unsere Reise als Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gehen soll, sondern trippelt auf der Stelle, bis jemand oder ein Ereignis sie vorwärts stupsen. Sie wird außerdem auch in Zukunft die CSU an der Backe haben - wer Merkel wählt, wählt auch Seehofer - und sie beugt sich Seehofer und seinem Gefolge immer wieder (wenn auch jetzt vor der Wahl möglichst verdeckt), siehe beispielsweise die Rückabwicklung der Willkommenskultur und des Integrationswillens, die Maut des CSU-besetzten Verkehrsministeriums, die Landwirtschaftspolitik mit Förderung von großen Betrieben mit Monokultur und Massentierhaltung des seit Jahren CSU-besetzten Landwirtschaftsministeriums. Doch auch ihre eigenen CDU-Minister sind nicht gerade Leuchten in ihren Aufgabengebieten, angefangen bei De Maiziere (Innenministerium) bis zu Frau von der Leyen (Verteidigungsministerium).

Und warum nicht FDP, AFD oder Linke wählen?

FDP und AFD sind in meinen Augen unsoziale bis asoziale Parteien, die AFD dazu noch rassistisch und gegen eine offene, freiheitliche Gesellschaft. Auch die Linke hat meiner Meinung nach in ihrer Parteispitze zu viele, die nur Klischees bedienen und ihre Wähler mit Populismus dumm halten. Deshalb sind auch sie für mich nicht wählbar.

Aber natürlich hat jeder Mensch das Recht auf die eigene Meinung und die eigenen Prioritäten, solange er diese Rechte auch anderen zubilligt. Auch die SPD und die Grünen sind nicht perfekt, aber hundertprozentige Übereinstimmung mit einer Partei wird man nie finden - jedenfalls nicht, wenn man selbst denkt, statt sich (angeblich) wichtige Fragen und ihre (scheinbaren) Lösungen vorkauen zu lassen. Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen und trotzdem nach der best möglichen Option suchen.


Nicht zur Wahl zu gehen, geht gar nicht!

Ich wünsche mir für die anstehende Bundestagswahl, dass sich die Wähler und Wählerinnen nicht von der politischen Kommunikation der Parteien das Hirn vernebeln lassen, dass sie versuchen, sich jenseits ihrer eigenen Meinungsblase möglichst objektiv zu informieren, und dass sie einfache, populistische Lösungen kritisch hinterfragen.

Und darüber hinaus wünsche ich mir, dass jeder ein wenig sein Herz öffnet und nicht nur an den eigenen Vorteil, sondern auch an die Mitmenschen und "Mitlebewesen" denkt.

Quellen und weiterführende Informationen
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Samstag, 29. Juli 2017

Lebensmittel online bestellen und nach Hause liefern lassen

Anfang 2015 habe ich über meine ersten Erfahrungen mit dem Online-Lebensmitteleinkauf, damals bei Gourmondo und REWE online/REWE-Lieferservice, berichtet (Lebensmittel im Internet bestellen: Gourmondo/Biomondo versus REWE-online). Inzwischen hat sich bei den beiden Online-Lebensmitteleinzelhändlern einiges geändert, außerdem habe ich weitere Online-Anbieter mit Nach-Hause-Lieferservice ausprobiert (Edeka-Bleise, Lebe-gesund-Versand, Amazon.de).


Die Kriterien, auf die ich achtete, waren: Sortiment, Zahlungsmöglichkeiten, Lieferart, Liefergeschwindigkeit, Lieferkosten, Warenqualität und Verpackung.

REWE-Online-Bestellung mit REWE-Lieferservice (shop.rewe.de)

Nicht nur im REWE-Markt vor Ort, auch im Online-Shop hat REWE ein riesiges Sortiment: Von Obst- und Gemüse über Wurst und Käse bis Tiefkühlwaren, Getränke etc. gibt es so ziemlich alles, was man braucht - auch ein großes Angebot an Produkten in Bio-Qualität und auch einiges an Fairtrade-Produkten sowie Spezialitäten für Veganer. Ob die eigenen bevorzugten Marken dabei sind, kann man im Online-Shop nachschauen, der sehr gute Such- und Filtermöglichkeiten hat.

Den Liefertermin kann man sich selbst aussuchen, der nächst mögliche ist aber meiner Erfahrung nach meist erst am übernächsten Tag – allerdings plane ich sowieso viel länger voraus und bestelle mindestens 5 Tage vor meinem Wunschtermin und überarbeite/aktualisiere meine Bestellung 2 Tage vor dem eigentlichen Liefertermin. Die Versandkosten sind abhängig vom Bestellwert und von der Größe des Zeitfensters, das man für die Lieferung auswählt. Bei einem Bestellwert über 120 Euro und einem Zeitfenster von 6 Stunden oder mehr ist die Lieferung kostenlos. Es gibt viele Bezahlmöglichkeiten: PayPal, Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung.

Die Lebensmittel werden bei uns vom REWE-eigenen Lieferservice gebracht – das ist anscheinend noch nicht überall so. Meiner Erfahrung nach (Freising, nördlich von München) liefert REWE i.d.R. sehr zuverlässig und die meisten Lieferservice-Mitarbeiter sind gut eingearbeitet, flott in der Abwicklung und ausgesprochen freundlich. Inzwischen werden die vom Lieferservice gebrachten Waren nur noch in Papiertüten verpackt - die kann man hinterher gut als Mülltüten für die Sammlung für die Grüne Tonne/Biotonne nutzen. So hat man nicht mehr Verpackungsmüll, als wenn man selbst einkaufen geht.

Der REWE-Lieferservice liefert in Papiertüten und nimmt leere Pfandflaschen wieder mit.

Für mich ist die REWE-Bestellung und –Lieferung mit dem wenigsten Aufwand verbunden. Damit die Bestellung schnell geht, nutze ich eine Favoritenliste (davon kann man sich im Online-Shop mehrere anlegen), die automatische Liste „Meine Produkte“, die automatisch für jeden generiert wird, oder ich nehme eine der letzten Bestellungen, kopiere und bearbeite sie. Für den Liefertermin bereite ich alles vor (Payback-Coupons werden online aktiviert, Leergut für die Rückgabe in einer Papiertüte gesammelt, ein kleines Trinkgeld bei großen Lieferungen bereitgelegt), so dass die Lieferung in zwei Minuten abgewickelt werden kann und ich nur noch alles verräumen muss. Ich bin mit diesem Angebot sehr zufrieden. Wenn doch mal etwas nicht ganz perfekt abgelaufen ist, kann man sich nicht nur an den Kundenservice, sondern auch an das Social-Media-Team bei Facebook wenden.

Edeka Bleise (edeka-lebensmittel.de) mit Versand durch DHL

Diesen Online-Lebensmittelshop habe ich kürzlich zum ersten Mal ausprobiert. Das Sortiment ist breit, aber (noch) nicht so umfangreich, wie im REWE- Online-Shop. Trotzdem hat es Spaß gemacht, ein anderes Sortiment durchzustöbern, und ich finde es immer gut, eine Alternative zu haben. Ab 70 Euro ist die Lieferung bei Edeka versandkostenfrei – man sollte aber daran denken, dass trotzdem ein Kühlzuschlag von 4,90 Euro anfallen kann, wenn man zu kühlende Ware in der Bestellung hat. Die bestellte Ware wurde in meinem Fall mit DHL verschickt und kam heil und gut gekühlt schon 1,5 Tage später bei mir zuhause an. Neben DHL stehen auch UPS, Spedition und Selbstabholung zur Auswahl. Im Hamburger Raum gibt es darüber hinaus auch einen eigenen Edeka-Lieferservice.

Für den Versand mit DHL musste die Ware natürlich sehr gut verpackt werden (Kartons im Karton, Stoßdämpfungs-/Isoliermaterial, Kühlpackungen, Packpapier, etc.), was dann beim Auspacken leider zu einem Berg an Verpackungsmüll führt, den man dann über den Kartoncontainer, Teile davon über den gelben Sack und/oder über den Wertstoffhof loswerden muss. Ich persönlich habe auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn der Postbote/Postbotin (die bei uns auch oft DHL bringen)  zu schwere Pakete schleppen müssen – also lasse ich die Getränke schon von vorneherein weg, wenn ich weiß, dass per Post/DHL geliefert wird.

An dieser ersten Einkaufserfahrung gab es, was Qualität, Preise, Zuverlässigkeit und Informationen zur Lieferung betrifft, nichts zu beanstanden. Ich bin sehr zufrieden. Auf Dauer wäre mir persönlich die Auswahl an frischem Gemüse und Obst sowie an Waren in Bioqualität und Fairtrade zu gering, aber jemand, der auch auf dem Wochenmarkt, im Biosupermarkt und/oder im Hofladen einkauft, wird dies nicht vermissen.

Gourmondo (gourmondo.de) mit Versand durch DHL


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Gourmondo ist kein Supermarkt, sondern ein Online-Versandhandel für Delikatessen, Feinkost, Wein etc. aus aller Welt. Gourmondo hat nach wie vor ein Biosortiment, aber die Überkreuzverbindung zwischen dem Gourmondo- und dem Biomondo-Shop (mein Bericht von Anfang 2015) gibt es nicht mehr. Alles ist nun in einem Shop, aber die Bioauswahl ist insgesamt geringer. Wer sich besondere Spezialitäten oder beispielsweise einmal fertig zubereitete Fleischrouladen in Bioqualität gönnen möchte, der ist hier richtig.

Ab 39 Euro ist die Lieferung versandkostenfrei, jedoch fällt auch hier unter Umständen ein Kühlzuschlag an. Bezahlen kann man per Vorkasse, PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, Amazon Pay und Miles & More. Versendet wird mit DHL oder DPD. Dieser Versand erfordert eine bruchsichere Verpackung. Das funkioniert bei Gourmondo auch sehr gut, alles kommt sicher an und was gekühlt sein muss, kommt kühl an. Das Problem ist nur, dass diese Art Versand einen hohen Verpackungsaufwand hat, der allerdings bei Gourmondo meinem Eindruck nach durch sein erprobtes Fächersystem etwas geringer ist als beispielsweise bei Edeka Bleise. Unbeschädigte Isolierbehälter darf man an Gourmondo kostenfrei zurückschicken, damit sie wiederverwendet werden können.

Lebe gesund Versand (lebegesund.de) mit Versand durch DPD

Als ich im Internet auf der Suche nach einem Lieferanten für frische Backwaren und Frischgemüse in Bioqualität war, stieß ich auf den Lebe gesund Versand. Auch der Lebe gesund Versand ist kein Supermarkt, sondern hat ein kleines, feines Sortiment an frischem Gemüse und Obst ("Frischepakete"), Steinmühlenbrot und -Backwaren und vielen veganen Produkten, die vorwiegend aus einem vegan ökologischen Landbau stammen. In dieser Produktionsweise gibt es keine Nutzviehhaltung und infolge dessen auch keinen Mist, Gülle etc. zur Düngung. Ich wählte mir ein paar Lebensmittel aus, die ich gerne einmal probieren wollte. Bezahlen konnte man per PayPal, SEPA, Kreditkarte und auf Rechnung. Die Lieferung war nach 3 Tagen da, 2 Tage davon schätzungsweise auf dem Versandweg. Die Ware wurde von DPD geliefert, sie war sorgfältig in Papier und Pappe, aber nicht übertrieben eingepackt, so dass sich der Verpackungsmüll in Grenzen hielt. Die Qualität war gut, das Gemüse war frisch und das Brot auch noch nicht zu fest. Obst, Gemüse, Brot und vegane Wurst schmeckten mir sehr gut, nur mit dem süßen Brotaufstrich konnte ich mich gar nicht anfreunden (zuwenig Schoko und Nüsse, Konsistenz). Im mitgeschickten Lebe-gesund-Gesamtkatalog wird die Anbauweise und Verarbeitung sowie auch die Inhaltsstoffe aller Produkte offengelegt, außerdem, dass Lebe Gesund einer „urchristlichen“ Glaubensgemeinschaft mit einer Prophetin namens Gabriele nahesteht. Die Informationen über spirituelle Angebote fand ich persönlich in einem Lebensmittelkatalog völlig unpassend.


Amazon

AmazonFresh will Mitgliedern Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs am gleichen Tag oder am frühen Morgen des nächsten Tages liefern. Bisher gibt es das AmazonFresh-Angebot beziehungsweise den Vorreiter Amazon Prime Now nur an ausgewählten Standorten. Amazon schreibt auf einer Hilfeseite: Sowohl 30-tägige Prime-Probemitglieder als auch Mitglieder mit einer kostenpflichtigen Amazon Prime-Mitgliedschaft (Amazon Prime, Amazon Student) können ihre Mitgliedschaft um AmazonFresh erweitern.

Ich bin bisher kein Mitglied von AmazonFresh, gelegentlich bestelle ich allerdings Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs, die sich im normalen Angebot auf Amazon.de befinden. Oft sind mir da aber entweder die Packungsgrößen zu groß (wenn die Waren direkt von Amazon angeboten werden) oder die Versandkosten zu hoch (wenn Drittanbieter Kleinmengen anbieten). Und Amazon-Prime-Kundin, als die man auch bei Amazon Kleinpackungen bestellen kann, will ich nicht werden – auch wenn Amazon seit neuestem mit dem Amazon-Pantry-Angebot, das ausschließlich Prime-Kunden Kleinpackungen anbietet, Kunden zum Prime-Status „überreden“ möchte.

Zahlungsmöglichkeiten gibt es bei Amazon.de die allgemein üblichen (Bankeinzug, Kreditkarten etc.), für Businesskunden inzwischen auch die Zahlung auf Rechnung.

Früher kamen Waren, die ich auf Amazon.de bestellt habe, bei mir meist mit DHL an, inzwischen aber auch mit anderen Paketauslieferern. Überraschenderweise lieferte Amazon kürzlich Waren mit einem eigenen Lieferservice. Ich bin davon nicht begeistert - DHL wäre mir persönlich lieber (auch lieber als DPD), nicht weil der Service von Amazon oder DPD schlecht wäre, sondern weil DHL bei uns täglich immer zur gleichen Zeit kommt und ich mit DHL eine dauerhafte Wunschortvereinbarung habe - es ist einfach gut eingespielt und kostet mich am wenigsten Zeit. Im Gegensatz zum REWE-Lieferservice waren die Waren, die mir Amazon nach Hause gebracht hat, wie bei jedem Paketversand in Kartons verpackt und nicht wie bei REWE in leicht zu entsorgenden Einkaufstaschen aus Papier.

Fazit

REWE ist derzeit mein bevorzugter Online-Lebensmittelanbieter und -Lieferant, weil mir das (Bio-)Sortiment einigermaßen gut passt und weil wegen der REWE-eigenen Auslieferung in einfachen Papiertüten am wenigsten Verpackungsmüll anfällt. Allerdings mag ich auch nicht zu abhängig von einem einzelnen Unternehmen werden und ich möchte auch andere und kleinere Unternehmen mit ihren besonderen Angeboten und Spezialitäten nutzen und damit unterstützen - sowohl stationär als auch online. Amazon Fresh würde ich zwar auch einmal aus Neugierde ausprobieren, aber eine so schnelle Lieferung benötige ich nur in einem Notfall, so dass sich die Mehrkosten dafür nach meiner jetzigen Einschätzung für mich persönlich nicht lohnen würden.


Mittwoch, 7. Juni 2017

Mikrowelle: Eingetrocknete Spritzer und Verkrustungen spielend leicht entfernen

Haushaltstipp, wie man auch eingetrocknete Verschmutzungen und Spritzer im Garraum der Mikrowelle ohne Schwitzen und Schrubben spielend mit einem Schwamm entfernen kann.

Beim Erwärmen und Kochen in der Mikrowelle können kleine und größere Malheure auftreten: Fettiges und Soßen spritzen quer durch den Garraum; Soßen, Couscous oder andere Getreidebreie kochen über. Da die Mikrowelle vor allem dann eingesetzt wird, wenn es schnell gehen muss, kommt man nicht immer gleich dazu, den Innenraum zu putzen. Sind die Spritzer aber erst einmal eingetrocknet oder sogar bei späterer Nutzung festgebacken, muss man ziemlich arg schrubben, wenn man die Verunreinigungen nur mit einem Schwämmchen und Spülmittel wegbekommen will. Und manchmal klappt das auch gar nicht.

Mit ganz einfachen Mitteln und einem kleinen Trick lassen sich auch
hartnäckige Ablagerungen im Inneren der Mikrowelle entfernen.
Mit dem folgenden Haushaltstipp bekommt man auch eingetrocknete Verschmutzungen und Spritzer im Innenraum der Mikrowelle gelöst und kann sie ohne Anstrengung mit einem Schwamm einfach wegwischen.

Eingetrocknete Spritzer und ältere Verkrustungen in der Mikrowelle entfernen - so geht es

Zutaten
Werkzeug
  • 1 Spülschwamm 
  • Baumwolltuch o. ä. zum Nachtrocknen
Vorgehen
  1. Eine Tasse etwas über die Hälfte mit Wasser füllen, 
  2. Essigessenz dazugeben, so dass die Tasse bis etwa 1 cm unter dem Rand gefüllt ist. 
  3. Tasse in die Mikrowelle auf das Drehelement stellen und 
  4. die Mikrowelle 3 - 5 Minuten auf höchster Stufe laufen lassen. 
  5. Den Dampf einige Minuten bei geschlossener Mikrowelle einwirken lassen, damit sich der Essigwasser-Dampf an den Wänden niederschlägt und beginnt, die Verkrustungen aufzuweichen.
  6. Dann die Mikrowelle noch einmal 3 - 5 Minuten auf höchster Stufe laufen lassen. 
  7. Einige Minuten warten, bevor man den Garraum öffnet. 
  8. Den Garraum der Mikrowelle mit einem Spülschwamm, der mit etwas Spülwasser (Wasser mit einem Spritzer Spülmittel) angefeuchtet ist, mehrmals auswischen. 
  9. Am Ende noch einmal mit frischem Spülwasser nachwischen. 
  10. Zum Schluss den Innenraum und den Drehteller mit einem saugfähigen Tuch, beispielsweise einem rauen Baumwolltuch, trocknen.
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Obwohl meine Mikrowelle bald 25 Jahre alt ist, wird ihr Innenraum mit dieser Behandlung immer wieder wie neu.

Hinweis: 
Bitte beachten Sie die Sicherheitshinweise und die Gebrauchsanleitung Ihres Mikrowellengerätes. Jede Haftung unsererseits ist ausgeschlossen.


Welche Tipps zur Mikrowellenreinigung bzw. Mikrowellengarraum-Reinigung und -Pflege haben Sie? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in einem Kommentar.

* Werbelink

Samstag, 6. Mai 2017

So wird das Waschbecken wieder strahlend weiß und frei von Kalkablagerungen und Schmutzrändern

Problem: Beläge im Waschbecken lassen sich oft nicht mit den üblichen Putzmitteln entfernen. Was man tun kann, damit das Waschbecken wieder strahlend weiß wird.

Mein Porzellan-Waschbecken ist nach der Behandlung wieder strahlend weiß
und frei von Belägen aus Kalk, Fett, Schmutz und anderen Ablagerungen.
Wegen unseres kalkhaltigen Wassers, Einträgen aus den Rohren in das Leitungswasser sowie den Seifenresten vom Händewaschen und Sonstigem bilden sich bei uns im Badezimmer sehr hartnäckige Beläge - gut sichtbar im weißen Waschbecken aus Porzellan. Seit Jahren kämpfe ich immer wieder damit und habe schon viel ausprobiert, um diese Kalk-, Fett- und Schmutzbeläge zu entfernen: Spülmittel, Zitrusreiniger, Essigreiniger, Badreiniger, Backpulver, Natron, Toillettenreiniger und vieles andere. Zwar eignen sich all diese Mittel zum normalen, regelmäßigen Reinigen, aber hat man mal nicht aufgepasst und nicht sorgfältig, beispielsweise ohne Brille bei schlechtem Licht, geputzt, sind die Beläge aus Kalk, Schmutz, Fett und anderen Ablagerungen schnell da und lassen sich mit Putzmitteln - egal ob mild oder stark - nicht entfernen. Mein Schrubben mit der harten Seite vom Schwamm furcht dann zwar ein paar weiße Streifen und Flecken in den grauen Schleier, aber das Problem bleibt: graue Stellen und häßliche Schmutzränder.

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So wird das Waschbecken wieder strahlend weiß

Was bei mir gegen die Kalk-, Seifenreste-, Fett- und Schmutzbeläge im Waschbecken aus Porzellan wirklich funktioniert, ist der Einsatz von verdünnter Essigessenz gepaart mit viel Zeit zum Einwirken!

Vorgehensweise

  1. Ich verschließe das Waschbecken so dicht, wie es geht, und 
  2. fülle es fast bis zum Überlaufloch mit handwarmem Wasser. 
  3. In dieses Wasser gebe ich ca. 1/3 Flasche (130 ml) Essigessenz (25% Säureanteil). 
  4. Dann warte ich ein bis zwei Stunden, in denen der Essig die Kalkverbindungen, die den Belag bilden, durchdringt. 
  5. Ich lasse das Wasser abfließen (falls es nicht sowieso schon abgelaufen ist, so hundertprozentig dicht schließt mein Waschbeckenstöpsel nicht.) und 
  6. wische das Becken mit der weichen Seite vom Spülschwamm (dieser wird natürlich nur im Badezimmer eingesetzt) aus. In der Regel (wenn der Belag noch nicht zu alt und dick war) ist der graue Schleier sofort weg. Falls nicht, wiederhole ich die Prozedur oder - wenn es nur noch winzige Stellen sind - sprühe ich noch etwas Wasser-Essigessenz, die ich in einer Sprühflasche angemischt habe, auf die Stellen, warte wieder etwas und wische dann noch ein paar Male nach.
Der Unterschied zwischen vor her und nachher ist nicht nur optisch zu sehen, man fühlt es auch: Die oberfläche ist wieder glatt und spiegelt das Licht wie ein ganz neues Porzellan-Waschbecken.

Welche Essigessenz nehmen?

Ich verwende die Surig Essigessenz*, weil ich sie sowieso zuhause habe - sie hat einen Säureanteil von 25 Prozent und eignet sich verdünnt für alle möglichen Aufgaben im Haushalt wie Entkalken, Reinigen und Desinfektion und sogar zur Verdünnung zu Essig zur Zubereitung von Speisen (5 % Säureanteil) - als Tafelessig für den Salat habe ich persönlich allerdings andere Lieblingsmarken.

Essigessenz ist übrigens vollständig biologisch abbaubar und umweltverträglicher als viele anderen Reinigungsmittel.

Fazit:

Meiner Erfahrung nach ist Essigessenz beim Entfernen von Kalkablagerungen und Belägen aus Kalk, Fett, Seife und Schmutz in Waschbecken, Duschwannen und anderen Stellen im Bad das wirksamste Hausmittel/Produkt - wenn man ihr etwas Zeit gibt!

*Werbelink

Welche Tipps haben zum Entfernen von Kalkablagerungen und anderen Belägen Sie/habt ihr?

Mittwoch, 22. Februar 2017

Neues zu Marihuana

Cannabis wird in Kürze als verschreibungspflichtiges Medikament für Schwerkranke zugelassen. Was passiert nun? Wer wird den Medizinalhanf herstellen und vertreiben? Wird die Legalisierung auch auf Marihuana als Spaßdroge erweitert?

Cannabis als Medizin - Werbelink
Ab März 2017 wird Cannabis als Medikament auf Rezept in Deutschland legal, das wurde einstimmig am 10.2.2017 vom Bundestag beschlossen.

Geregelt werden soll die legale Abgabe durch eine im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelte Cannabisagentur. Die will über ein EU-weites Ausschreibungsverfahren geeignete Anbauer für Cannabis in pharmazeutischer Qualität finden. Bis der oder die soweit sind, Arzneihersteller und Apotheken beliefern zu können, erhalten die Patienten weiterhin Importware. Unternehmen aus Kanada und den USA wie beispielsweise die Alliance Growers Corp und GreenGro Technologies, versuchen ihrerseits, einen Fuß in den neuen, Profit versprechenden Markt in Deutschland und Europa zu bekommen.

Die Kosten für die Therapie der Schwerkranken mit Cannabis sollen in Zukunft die Krankenkassen übernehmen.

Die medizinisch wirksamen Bestandteile in Cannabis sind vor allem THC und Cannabidiol (CBD). CBD wirkt entspannend und hilft dadurch beispielsweise gegen Zittern bei multipler Sklerose und Parkinson sowie gegen Muskelspasmen, THC ist eher anregend wird zur Behandlung von Übelkeit bei Migräne, Depressionen sowie chronischen Schmerzen eingesetzt.

In München soll ein Informations- und Therapiezentrum mit zwei Ärzten entstehen. Dort werden beispielsweise Schmerzpatienten mit eigens dafür gezüchteten Cannabissorten behandelt. Die Patienten hoffen, dass sie bei der Therapie mit Cannabis weniger wirksame und oft mit starken Nebenwirkungen behaftete Medikamente weglassen können und dass es ihnen endlich wieder besser geht.

Und was ist mit dem "Legal High" - dem Marihuana als Spaßdroge?

Die Legalisierung bezieht sich in Deutschland bisher nur auf Cannabis für medizinische Zwecke, doch gibt es Überlegungen zur Ausdehnung der Legalisierung, nicht zuletzt, weil man beobachtet, wie viel Geld in dem Markt steckt - gleichzeitig wird über die Schädlicheit im Vergleich zu Alkohol, der ja schon lange legal ist, kontrovers diskutiert. In Berlin will man ein wissenschaftliches Modellprojet zum kontrollierten Verkauf von Cannabis an Erwachsene starten.In Düsseldorf plant man eine wissenschaftliche Studie mit 500 Teilnehmern, mit der unter anderem herausgefunden werden soll, ob die legale Abgabe von Cannabis den Umstieg auf härtere Drogen verhindert oder zumindest reduziert.

Der Autor Rainer Schmidt nimmt die Legalisierung von Cannabis als Spaßdroge in seiner Gesellschafssatire "Legal High" über Gier und Doppelmoral vorweg. Da entwickelt sich Deutschland - auch auf Drängen von Bauernverband, Wirtschaft und sogar der Kirche - zur Cannabis-Republik, getrieben von einer Art grünem Goldrausch.

Weitere Informationen
* Werbelink, auch die Buchabbildungen enthalten einen Werbelink

Montag, 6. Februar 2017

Fliegt uns die EU demnächst um die Ohren? (Kommentar)

Den Brexit hat noch am Tag der Wahl kaum jemand für wahrscheinlich gehalten, am nächsten Morgen dann der Schrecken: Eine knappe Mehrheit der Wähler hat für den Austritt des Vereinten Königreiches (United Kingdom, UK) aus der Europäischen Union (EU) gestimmt. In Kürze stehen Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Italien an, wo europafeindliche Parteien Chancen haben, ins Parlament und eventuell auch an die Regierung zu kommen. Diese wollen sich ebenfalls für einen EU-Austritt ihrer Länder einsetzen. Hat die EU noch eine Chance?

Was muss passieren, damit die EU-Bürger ihre Union wirklich schätzen und verteidigen?

Für viele von uns, denen die EU wichtig ist, war die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, wie ein Schlag ins Gesicht – als würde man von Freunden im Stich gelassen. Doch wenn ich heute mit etwas Abstand zurückblicke, denke ich, man hätte die Anzeichen eigentlich erkennen und frühzeitig dagegenhalten müssen.

Anstehende Wahlen in Europa

Niederlande Parlamentswahlen März 2017
Die rechtspopulistische Partei PVV liegt aktuell in Umfragen vorne.

Frankreich Präsidentschaftswahlen April/Mai 2017
Marie Le Pen von der rechtsextremen und antieuropäischen Partei Front National wird möglicherweise die erste Runde der Präsidentschaftswahl gewinnen. Die Frage ist, ob sich die Wähler der anderen Parteien mehrheitlich hinter ihren Gegenkandidaten bei der anschließenden Stichwahl stellen werden.

Deutschland
26. März Saarland Landtag
7. Mai Schleswig-Holstein Landtag
14. Mai Nordrhein-Westfalen Landtag
24. September alle Bundesländer Bundestag

Italien Parlamentswahl Mai 2018

Die Europäische Union (EU) ist aus einer Wirtschaftsgemeinschaft entstanden. Die wirtschaftliche Verflechtung der beteiligten Länder sollte das Wirtschaftswachstum ankurbeln und in Zukunft Kriege verhindern. Zwar wuchs die EU auch einigermaßen zu einer Wertegemeinschaft und einer (wirtschafts-)politischen Kraft zusammen, aber sie wurde und wird nach wie vor von vielen EU-Bürgern als in Brüssel verorteter Fremdkörper angesehen, dessen Arbeitsweise mal als kleinkrämerisch bürokratisch (Gurkenverordnung) bis allzu banken- und unternehmensfreundlich (Bankenrettungen, Pestizidzulassungen, Gentechnik etc.), auf jeden Fall wenig arbeitnehmer- und verbraucherfreundlich wahrgenommen wird.

Da einige nationale Politiker gerne die EU zum Sündenbock erklären, wenn sie unpopuläre Entscheidungen treffen, statt diese vernünftig zu begründen, und sie die Entwicklungen der EU selten als positiv herausstellen, haben wohl nicht wenige EU-Bürger den Eindruck, dass die EU für sie und ihr Land ein Klotz am Bein ist, der Geld kostet, ihnen Konkurrenten auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt auf den Hals hetzt (Arbeitnehmerfreizügigkeit, Asylrecht) oder sie mit Umweltauflagen quält.

Es wird ihnen nicht oder zu selten erklärt, dass sie die vielen Vorteile der EU für die Bürger auch mit einigen Nachteilen (vorübergehend) erkaufen beziehungsweise dass manche der Sorgen überhaupt nicht auf die EU zurückzuführen sind, sondern auf den digitalen Wandel und Entwicklungen in der Welt. Und leider scheint auch vergessen zu werden, dass das eigene Land, die eigene gewählte Regierung, die EU zu dem mitgeformt hat, was sie heute ist. Und sie haben als EU-Bürger auch das Recht und die Möglichkeit, sie mit- und umzugestalten – beispielsweise über die Europawahlen, Europäische Bürgerinitiativen, Petitionen etc.

Meiner Meinung war es ein sehr großer Fehler der britischen Regierung, keine genaueren Bedingungen für das EU-Referendum zum Ausstieg oder Verbleib zu stellen. Einen Austritt bei einer einfachen Mehrheit bei gleichzeitig keinerlei Anforderungen an die Wahlbeteiligung in Aussicht zu stellen, war unverantwortlich - der damalige Premierminister David Cameron hatte die Lage offensichtlich völlig falsch eingeschätzt. Obwohl das Ergebnis des EU-Referendums eigentlich nicht rechtlich bindend ist, will sich nun niemand „dem Willen des Volkes“ entgegenstellen. Eine verfahrene Situation, denn es ist die Frage, ob das Ergebnis tatsächlich der Wille des Volkes ist - viele erklärten nach dem Referendum, sie seien schlecht aufgeklärt oder sogar von den Leave-Vertretern belogen worden.

Die Möglicheit, einfach so mal auszusteigen und die Verantwortung den anderen EU-Ländern und -Bürgern zu überlassen, hätte aber auch durch die EU selbst verhindert werden müssen. Man hätte eine entsprechende Klausel in das Vertragswerk aufnehmen können (beispielsweise: Ausstieg nur nach Volksabstimmung mit Zweidrittelmehrheit bei mindestens 70 % Wahlbeteiligung möglich o. Ä). Allerdings in der jetzigen Situation kurz vor den nächsten nationalen Wahlen solche Regeln auf EU-Ebene einzuführen, geht auch nicht, denn dann würden sich viele möglicherweise gegängelt fühlen. Dieser Zug ist erst einmal abgefahren, bis wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt ist.

EU - we are family

Aber selbst wenn die Regierung eines Landes so eine Entscheidung mit einer einfachen Mehrheit erlaubt, dürfte es nicht zu so einem traurigen Ergebnis wie in Großbritannien kommen. Wenn die Menschen selbst sich als Europäische Gemeinschaft oder gar Europäische Familie begreifen würden, die für sie erweiterte Heimat, Sicherheits- und Wohlstandsgarant sein kann, würden sie die EU nicht freiwillig verlassen wollen. Doch so ist es aktuell in vielen Ländern nicht.

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Damit es soweit kommt, dass mehr Bürger ihr Herz nicht nur an das eigene Land, sondern etwas davon auch an die EU hängen, muss die Politik meiner Meinung nach viel deutlicher auf die Bürger zugehen, ihnen zuhören, sie ernst nehmen und sie noch offensiver zum Mitgestalten auffordern. Jeder einzelne Bürger muss das Gefühl haben, dass er der nationalen und der EU-Politik wichtiger ist als Banken oder Unternehmen beziehungsweise müssen Zusammenhänge besser erklärt werden – beispielsweise, was die Rettung einer Bank oder eines anderen Unternehmens dem Bürger bringt, der diese Rettung ja letztendlich bezahlt. Umgekehrt müssen wir Bürger dies auch noch stärker von der Politik auf nationaler und EU-Ebene einfordern.

Auf Dauer kann meiner Meinung nach nur eine EU der Menschen Bestand haben – die Wirtschaft sollte immer nur Mittel zum Zweck sein.

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