Montag, 27. Mai 2013

Solar für den Garten - erste Erfahrungen

Solarleuchten auf der Terrasse
Tagsüber hat jeder Solarlicht im Garten - also Sonnenlicht von der großen Lampe da oben am Himmel, genannt Sonne. Aber meine Terrassenpflanzen und ich müssen nun auch nachts nicht mehr im Dunkeln sitzen: Wir haben jetzt auch nachts Solarlicht im Garten. Und das kommt von Solarlampen.

Solarleuchten/Solarlampen

Eigentlich müsste es Solarleuchten heißen, denn als eine Lampe wird von Beleuchtungsfachleuten nur die leuchtende "Glühbirne" in der Leuchte bezeichnet.

Meine Solarleuchten habe ich im Baumarkt gekauft. Sie sehen aus wie Glaskugeln auf Stielen, die man in die Erde oder in Töpfe stecken kann. Die Stiele, auf denen auch die Solarlampen sitzen, musste man als Käufer selbst in die Leuchten schrauben. Ein bisschen nervig, aber kein unlösbares Problem, war das Kabelwirrwarr. Die Solarleuchten waren sehr günstig, deshalb will ich mich nicht an Kleinigkeiten stören. Es sind drei Leuchten, die miteinander und mit einem Solarpanel verbunden sind. Im Inneren jeder Solarleuchte befindet sich nun die kleine Solarlampe - aus ihr strahlt das Licht - zuverlässig seit zwei Wochen!

Ein Solarpanel - klein und unauffällig im Kräuterregal
So funktioniert das Solarsystem: Das Solarpanel erzeugt aus dem tagsüber einfallenden Sonnenlicht Strom und speichert ihn in einer Batterie. Sobald es dunkel wird, schalten sich die Solarleuchten automatisch ein und die Solarlampen in den Solarleuchten leuchten - solange, bis der gespeicherte Strom verbraucht ist oder bis es wieder hell wird. Bisher habe ich noch nicht feststellen können, was früher eintritt. Wenn ich ins Bett gegangen bin (meist nach Mitternacht), haben die Solarleuchten jedenfalls immer geleuchtet. Und einmal, als ich nachts um vier aufgestanden bin, sah ich sie auch durch die Ritzen der Jalousie leuchten - das war allerdings nach einem sehr sonnigen Tag.

Eine der drei Solarleuchten im Tomatenkübel
Das Solarlicht meiner drei Solarleuchten liefert keine taghelle Beleuchtung und sie eignen sich auch eher nicht als Leselampen, aber sie liefern ein stimmungsvolles Gefunkel ähnlich wie Kerzen. Ich hätte mir für die Solarleuchten allerdings eine etwas wärmere Lichtfarbe gewünscht - irgendwie sonniger. Aber es gab sie nur in einer Lichtfarbe, die sich Weiß nannte. Ich würde dieses Weiß als fahles Mondlicht-Weiß beschreiben - Sonnlicht-Weiß wäre mir lieber gewesen. Aber auch das Mondschein-Weiß sieht ganz schön aus, wenn ich abends noch am Schreibtisch sitze und dabei auf die Terrasse hinausschaue, wenn ich nicht sowieso den Abend auf der Terrasse genieße.

Solargeräte für den Garten

Außer verschiedenen Arten von Solarleuchten/Solarlampen habe ich für den Garten bisher an Solargeräten hauptsächlich Solar-Springbrunnensets, Solar-Bachlaufsets und Solarbrunnen gesehen. Bei denen wird der Solarstrom auch über ein Solarpanel erzeugt, aber nicht zwischengespeichert, sondern sofort verbraucht. Ähnliches gilt auch für Solarthermometer und Solar-Ventilatoren, wie sie auch für Kleingewächshäuser angeboten werden.

Mobile Solaranlage - Projekt in Planung

Jedenfalls bin ich über die Zuverlässigkeit meiner Solarleuchten sehr erfreut, denn egal wie das Wetter in den letzten 2 Wochen war, sie leuchteten jeden Abend. Deshalb überlege ich, ob ich nicht noch eine Stufe weitergehe und mir eine mobile Solaranlage (Solar-Insellösung) anschaffe, wie man sie fürs Camping kaufen kann und wie ich sie mir z. B. auch für ein Garten-Gewächshaus ohne Stromanschlussanschluss vorstellen könnte, um Strom für das Arbeitslicht oder andere Strom verbrauchende Geräte zu erzeugen. Ich würde mit Hilfe der mobilen Solaranlage einen Teil meines alltäglichen Strombedarfs decken wollen.

Mobile Solaranlagen, die für unterschiedliche elektrische Geräte genutzt werden können, gibt es als fertiges Solar-Komplett-Set, z. B. bestehend aus Solarmodul und Solarbatterie-Box, oder zum Selbstzusammenbauen. Zur Solarbatterie-Box der Komplettanlage gehören neben der Batterie Sachen wie Konverter, Controller, verschiedene Eingänge/Anschlüsse (z. B. für das Solarmodul und ein Ladegerät, falls man beim Camping im Notfall über Ladegerät laden will) und verschiedene Ausgänge (12 Volt, 220 Volt, 5 Volt USB). Anschließen kann man dann alle möglichen Geräte vom Handy bis zum Fernsehgerät.

Allerdings muss ich vorher noch mehrere Dinge klären:
  • Brauche ich für das Solarpanel auf der Terrasse die Genehmigung der Eigentümergemeinschaft? 
  • Wie bekäme ich das Kabel vom Solar-Panel draußen zur Batterie-Box mit Ausgängen/Anschlüssen drinnen - muss ich durch die Wand bohren?
  • Lohnt sich die Anschaffung finanziell wenigstens einigermaßen? 
Letzteres kann man wohl nur im Praxistest herausfinden, wenn man weiß, ob man den gewonnenen Strom tatsächlich auch in hohem Maße nutzt (man muss ja die Geräte ständig umstöpseln, denn der tagsüber erzeugte Solarstrom reicht nur einige Stunden).

Dabei fallen mir noch ein paar mehr Tests ein, die ich machen könnte: Z. B. könnte ich ausprobieren, ob das Solarpanel ausreichend gut hinter einer Glasscheibe funktioniert - denn wenn ja, und wenn es ausreichend dünne Solarpanels gibt, könnte ich so eines zwischen dem bodentiefen Fenster und der Heizung vor meinem Fenster anbringen - anstelle der jetzigen Isolierung im Winter. Das würde auch einen Teil der offenen Probleme lösen: Ich müsste niemanden um Erlaubnis fragen und ich müsste kein Loch durch die Wand bohren.

Ich werde berichten, wie es weitergeht. Wer Erfahrungen und Ideen hat, gerne her damit!

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PS: Im Spätherbst habe ich die Solarlampen samt Solarpanel innen auf der Fensterbank in Töpfe gestellt. Wenn die Sonne tagsüber scheint, reicht auch das Licht hinter der Fensterscheibe für ein Stündchen Licht (etwa so stark wie Kerzenlicht) am Abend.
Solarlicht am Abend auf der Fensterbank (von innen fotografiert)

Mittwoch, 8. Mai 2013

Nachts im Gartencenter

"Nachts im Gartencenter" kam mir heute als Film- oder Projektidee in den Sinn, in der Art wie "Nachts im Museum" - ein Film, in dem die Ausstellungsstücke eines Museums nachts lebendig werden und Geschichte erlebbar machen. Man könnte die Pflanzen und Gartenartikel ihre Geschichten erzählen lassen. 

Ich war nämlich gerade eben im örtlichen Gartencenter - allerdings um 9 Uhr am Morgen - und wäre am liebsten gleich dageblieben - wegen der Blütenpracht, der Pflanzendüfte und wegen dem frischen Grün der Jungpflanzen. Nur leider war ich nicht alleine dort, sondern die Pflanzenabteilung des Gartencenters wurde von Hobbygärtnern geradezu gestürmt. Kein Wunder, denn eine solche Pflanzenfülle und -vielfalt hat man natürlich vor allem jetzt zur Hauptpflanzzeit für Sommerblumen und Gemüse. Und nicht nur ich, sondern viele andere Pflanzenliebhaber wollten das ausnutzen.

Eisheiligen-Zeit - Run auf die Gartencenter

Pflanzen aus dem Gartencenter
Besuch im Gartencenter: Chili Habanero habe ich
wieder ergattert. Hoffentlich wird er so schön
wie letztes Jahr.
Wobei man mit dem Auspflanzen der frostempfindliche Pflanzen bis nach den Eisheiligen warten sollte. Die Eisheiligen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und “kalte Sopie (15. Mai) halten sich nicht immer genau an den Termin. Ich habe mir, bevor ich mich zum Gartencenter aufmachte, noch schnell den Langzeit-Wetterbericht angesehen. Für die nächsten 16 Tage sind zwar noch einmal kühle Tage vorhergesagt, jedoch sollen die Temperaturen bei uns im Münchner Raum kaum unter +5 °C liegen (andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass der Wetterbericht seine Meinung ändert). Da ich die meisten empfindlichen Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Kästen anbaue, habe ich es riskiert. Zur Not kann man Tomaten, Auberginen, Tomatillo, Chili und empfindliche Kräuter über Nacht ins Haus holen. Doch bei mir würde es dann sehr eng werden, weshalb ich sie nur vor das Fenster ziehe.

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Gartencenter-Wunschzettel

Es gab jedenfalls einiges zu sehen im Gartencenter und ich habe auch wieder viel zu viel mit nach Hause geschleppt - obwohl ich vorher gefrühstückt habe, um nicht wieder vom Jagdfieber befallen zu werden, und obwohl ich mich bei manchem Schätzchen gebremst habe (das war vielleicht keine gute Idee, nun muss ich am Freitag noch einmal hin, weil mir eine Sommerblume gar nicht aus dem Kopf geht). Trotzdem sind auch ein paar Wünsche offen geblieben.

Zum Beispiel:

Bio-Erde gab es im Gartencenter,
für torffreie Blumenerde musste ich
in den Baumarkt fahren.
Torffreie Bio-Erde
Das heute besuchte Gartencenter hatte zwar Bio-Erde (sogar nach Bioland-Richtlinien), jedoch fand ich keine Erde ohne Torf. Ich habe mich dann für die Tomaten-Gemüse-Bio-Erde entschieden, die Torf, Rindenhumus, Ton, Kalk und organischen Dünger in nicht deklarierten Anteilen enthält. In dieser Hinsicht hatte ich kürzlich beim Baumarkt mehr Glück.

Bio-Jungpflanzen
Die Gemüsejungpflanzen-Auswahl im Gartencenter war schon ganz okay (ich fand sogar Tomatillo-Jungpflanzen!), aber bei Bio-Jungpflanzen war die Auswahl sehr beschränkt und bereits ziemlich ausgesucht.

Fehlende oder ungenaue Sortenangaben
Mir fiel auf, dass es bei manchen Jungpflanzen keine Angaben zur Sorte gab (Deklaration als 'runde Tomate' oder 'Fleischtomate' reicht mir persönlich nicht). Mich störte auch, dass bei manchen Sorten die Kennzeichnung als Hybride fehlte (ein F1 hinter dem Sortennamen würde ja reichen). Ich habe zwar ein paar Sorten im Kopf, aber längst nicht alle!

Pflanzen von Gärtnern aus der Region
Entweder ist es mir noch nicht aufgefallen oder aber es gibt sie nicht: die Zusammenarbeit der Gartencenter mit den lokalen Gärtnern. Aus meiner Sicht als Verbraucher fehlt das - ich würde gerne Produkte von regionalen Gärtnern kaufen, ohne extra alle abklappern zu müssen.

Sortenvielfalt im Gartencenter
Zwar ist die Sortenvielfalt nicht klein, doch könnte sie noch besser sein. Denn für viele sind nicht nur die Sortenneuheiten der großen Züchter interessant, sondern sie suchen (auch oder nur) "altbewährte Sorten", "samenechte Sorten" u. ä., was in jüngster Zeit durch Ökologie und Nachhaltigkeitsanspruch in den Fokus gerückt ist und besonders die Urban Gardener anspricht.

Vielleicht ist es aber auch gut so, dass man nicht alles im Gartencenter findet, was man sich wünscht. Denn schließlich gibt es neben Gartencentern und Baumärkten auch Gärtner mit Direktverkauf ab Hof oder auf dem Wochenmarkt, Pflanzenbörsen, Gartenmessen, Gartentage und viele Möglichkeiten mehr, wo man seine Pflanzenwünsche für Garten und Balkonien erfüllen kann. Und bei manchen dieser Veranstaltungen werden die Geschichten der Pflanzen und der Gartenkultur erzählt. So wie es auch ein Film oder ein Projekt "Nachts im Gartencenter" tun könnte.

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